Das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Hamm nimmt seit 2014 erfolgreich am bundesweiten Wettbewerb Jugend debattiert teil. Jugend debattiert ist ein von der Hertie-Stiftung finanzierter und von der Kultusministerkonferenz (KMK) unterstützter Wettbewerb. Er soll besonders in Zeiten des globalen Populismus eine zivilisierte Streitkultur etablieren.
Der Wettbewerb
Der Wettbewerb ist in mehrere Stufen aufgeteilt: Den Schul-, Regional-, Landes- und Bundeswettbewerb. Bei jeder Ebene gibt es eine Qualifikation, die aus zwei Debatten besteht und aus der vier Debattanten hervorgehen, die schließlich das jeweilige Finale bestreiten. Die besten Zwei gehen als Sieger aus den Diskussionsrunden hervor und ziehen auf die höhere Ebene ein. Die Regional-, Landes- und Bundessieger erhalten kostenlose Rhetorikseminare mit extra dafür ausgebildeten Trainern.
Die Debatte
Zehn Tage vor der Debatte wird den Teilnehmern die Streitfrage übermittelt, sodass diese sich auf die Pro- und Kontraseiten des Themas vorbereiten können. Am Morgen des Wettbewerbes erfahren die vier Konkurrenten welche Position sie in der Debatte vertreten, diese muss aber nicht zwingend der eigenen Meinung entsprechen und sie haben noch einen Moment Zeit sich mit ihrem Mitdebattanten zu besprechen. In der Debatte gibt es vier Positionen, die in Pro und Contra unterteilt sind. Beide Seiten werden durch jeweils zwei Teilnehmer vertreten. Man spricht von Pro 1 und 2 und Kontra 1 und 2. Nach einer kurzen Regelerläuterung beginnt die Debatte mit dem ersten Wort von Pro 1. Pro 1 schlägt in seinem ersten Wortbeitrag einen Lösungsvorschlag für die Problemfrage vor, woraufhin Contra 1 letzteren kritisiert und Argumente für seine Position anführt. Pro 2 stellt die Sichtweise der Proseite argumentativ dar. Darauf hält Kontra 2 eine Eröffnungsrede in der er auf die Proseite eingeht sowie eigene Argumente einbringt.
Auf die Eröffnungsrunde folgt die „freie Aussprache“ in welcher die Teilnehmer zwölf Minuten ohne einen Gesprächsleiter und ohne eine bestimme Reihenfolge einhalten zu müssen miteinander ein Streitgespräch führen sollen. In der Schlussrunde hat jeder Teilnehmer noch einmal 1 Minute Zeit im Lichte der vorangegangen Debatte seine Meinung auszudrücken.
Nach den jeweiligen Debatten heißt es durchatmen für die Debattanten und Arbeit für die Jury, denn jeder Debattant bekommt für dein Auftreten eine gewisse Punktzahl, um letztendlich einen Sieger ermitteln zu können. Wie in der Schule gibt es auch bei Jugend debattiert Bewertungskriterien, sie heißen: Ausdrucksvermögen (also wie gut man sich während der Debatte ausgedrückt hat), Sachkenntnis (wie gut der Debattant zum Thema informiert war), Gesprächsfähigkeit (wie gut ein Debattant an den anderen anknüpft. Zuhören gehört auch zum Debattieren!) und Überzeugungskraft (wie stichhaltig die Argumentation war). Für jedes dieser Bewertungskriterien können fünf Punkte vergeben werden. Wenn ein Teilnehmer einen anderen während der Debatte allerdings schlägt, beleidigt oder ständig unterbricht oder er in der Schlussrede ein neues Argument einbringt, darf er sich keine Hoffnungen mehr auf ein Weiterkommen machen, weil ihm egal wie gut sein sonstiges Auftreten war fünf Punkte abgezogen werden.
Das Stein
Bei uns an der Schule fängt jedes Wettbewerbsjahr mit einem samstäglichen Aufbautraining an, bei dem von ehemaligen Teilnehmern, dem Schulkoordinator Herrn Granz und weiteren engagierten LehrerInnen und ReferendarInnen die Basiscs vermittelt werden. Vor den Wettbewerben, vor den jeweiligen Wettbewerbstagen haben interessierte Teilnehmer ihre Argumentation untereinander abzusprechen, damit die bestmögliche Vorbereitung auf den Wettbewerb erfolgen kann.
Mit diesem Verfahren hat das Jugend debattiert-Team des Freiherr-vom-Stein Gymnasiums sehr gute Erfahrung gemacht wie die regelmäßige Teilnahme am Landesfinale im Düsseldorfer Landtag zeigt. Schon im ersten Jahr konnte Leon Schubert (damals Q2) einen hervorragenden dritten Platz im Landeswettbewerb erringen und hat dadurch mehr als 20.000 Teilnehmer NRW-weit geschlagen. In den darauffolgenden beiden Jahren konnte Johannes Stupperich (damals 9.; EPH) den Erfolg Leon Schuberts wiederholen und 2016 das Landefinale NRW gewinnen und sicherte dem Stein somit die erste Teilnahme am Bundeswettbewerb Jugend debattiert.