Am Mittwoch Abend, den 19.11.2025 besuchten drei Deutschkurse der Einführungsphase das Theaterstück „Friedl Dicker" im Heliostheater. Gemeinsam mit Frau Schmitt und Frau Borghoff tauchten sie ein in die Zeit der Weimarer Republik, der „goldenen Zwanziger Jahre", in die Nazizeit - und in die Geschichte von Friedl Dicker.
Als Jüdin und kommunistische Widerstandskämpferin wurde sie von den Nazis verfolgt und im Jahr 1944 in Auschwitz ermordet. Beinahe hätte man sie vergessen, wären da nicht zwei Koffer gewesen, auf dem Dachboden des Mädchenheims im ehemaligen Lager Theresienstadt, zwei Koffer voller Kinderzeichnungen...
Diese über 5.000 Bilder sind das ergreifende Vermächtnis der Künstlerin. Als Gefangene in Theresienstadt organisierte Friedl Dicker heimlich Unterricht für Hunderte jüdische Kinder und half ihnen, durch Malen ihre Ängste und Träume festzuhalten. Es war ein Akt des Wiederstandes und der Hoffnung. Kurz vor ihrer Deportation versteckte sie die Koffer. Die Zeichnungen überlebten den Holocaust und geben den verstorbenen Kindern noch heute eine Stimme. Das Stück entstand während der Corona-Pandemie und wurde erstmals im Jahr 2022 uraufgeführt.
Es wird von drei Schauspielerinnen auf die Bühne gebracht, die allesamt die Rolle der Friedl Dicker einnehmen, was ihre vielfältige Persönlichkeit repräsentiert. Sie wechseln auch in die Rolle des Erzählers und erzeugen durch die ausgiebige Nutzung des Bühnenbildes sowie weiteren Lichteffekten ein nahbares Bild vom Leben Friedl Dickers.
Nach dem einstündigen Stück konnten die SchülerInnen die Bühne betreten und sich die ausgestellten Bilder der Kinder aus Theresienstadt ansehen. Im anschließenden Nachgespräch mit den Spielerinnen und der Regisseurin Barbara Köllig konnten Fragen geklärt und Eindrücke ausgetauscht werden. Dies war vor allem aufgrund der ausgeprägten Symbolik und des Interpretationsfreiraumes, den das Theaterstück bietet, interessant. Sowohl SchülerInnen als auch die begleitenden Lehrerinnen zeigten sich positiv überrascht: „Ich finde das Zusammenspiel drei völlig unterschiedlicher Schauspielerinnen, die sich alle ergänzen und harmonisch Friedel Dicker verkörpern, faszinierend., berichtet Mete Mengü. „In diesem Theaterstück wurde das Leben einer Frau dargestellt, die man zuvor gar nicht kannte, einen aber so nachhaltig beeinflusst hat. Es gibt so viele Personen, die im Laufe der Geschichte eine Rolle gespielt haben, über die es sich auch jenseits der Geschichtsbücher lohnt, etwas zu erfahren.", verrät und Frau Borghoff. „Die Schauspielerinnen haben uns einen unglaublich vielseitigen Einblick in das Leben Friedl Dickers ermöglicht, der gleichzeitig so nahbar war. Ihre liebevollen Taten und ihre gesamte Geschichte sollte niemals in Vergessenheit geraten.", äußert sich Charlotte Klotmann.