Acht Stein-Schüler pinselten am 20.08.2014 unter Anleitung des bekannten Künstlers Dusan Jovanovic an dem "Roten Teppich in Bunt", einem farbenfrohen Pfad, der Besucher in die Ausstellung "Retrospektive" im Maxipark führt.
Ein farbiger Pfad mit bunt angemalten Steinen, ein „Roter Teppich in Bunt“, führt zur Ausstellung in der Elektrozentrale des Maximilian-Parks. Er weist den Weg zur Retrospektive des über die Grenzen Hamms hinaus bekannten Malers, Grafikers und Bildhauers Dusan Jovanovic, der im November 70 Jahre alt wird. Kreiert haben den Kunstpfad acht Stein-Schüler unter der Anleitung des Meisters. „Die Stein-Schüler haben einen fantastischen magischen Gehweg geschaffen. Bunt ist er, kein gleichfarbiger Stein liegt neben dem anderen“, strahlt Dusan Jovanovic beim Interview in seinem Atelier. „Ich liebe Farben und bunte, leichte Kompositionen, mische gerne Abstraktes und Figürliches“, bekennt er.
In der Tat: Davon zeugen auch drei Arbeiten, die der Künstler für das „Stein“ entworfen hat. Zur Hundertjahrfeier der Schule im Jahr 2002 gestaltete Jovanovic eine farbenfrohe Aquarellarbeit voller bildhafter Anspielungen für die Schulfestschrift. Symbol-, farben- und detailreich war auch die handkolorierte Radierung für die Abiturienten jenes Jahres. „Ich habe die Grafik "Bausteine des Lebens" genannt. Sie lebt aus der Spannung zwischen Vergangenem, Gegenwärtigem und Zukünftigem. Erinnerungen an die Vergangenheit münden in Visionen an eine farbige Zukunft“, erinnert sich der 1944 im ehemaligen Jugoslawien (Serbien) geborene Jovanovic, der seit 44 Jahren in Hamm lebt, verschiedene Preise bekommen und zahlreiche Ausstellungen veranstaltet hat, und den etliche begeisterte Kunstfreunde auch den „Picasso von Hamm“ nennen.
„Einige Workshops mit dreißig Stein-Schülern habe ich damals gemacht. Dekalkomanie“, freut sich Jovanovic. „Das ist abstrakte Zufallskunst oder auch ‚Abklatschverfahren‘ mit Öl- oder Acrylfarbe auf einer Glasscheibe. Die Kids waren voller Begeisterung dabei.“ Ob er noch einmal Workshops am „Stein“ anbieten werde, so die Frage. Gern, so die Antwort, aber er habe zurzeit sehr viele Aufträge zu erfüllen: wer weiß, in Zukunft: ja, unbedingt! „Ich mag das „Stein“. Meine Tochter hat 2009 dort das Abitur gemacht. Und im letzten Jahr, 2013, habe ich für die 111-Jahresfeier zum Pinsel gegriffen und das Titelbild für die Festschrift gemacht.“ Stolz zeigt er das quadratische, mit Acryl- und Temperafarben gemalte Original, das als Fortsetzung zum ersten Werk von 2002 zu verstehen ist. Das ausdrucksstarke Bild, wiederum mit zahlreichen Symbolen gepickt, ist aber kräftiger, farbenfroher als der Erstling. Auffällig sind das Konterfei des Namensgebers der Schule, des Freiherrn vom und zum Stein (1757-1831), und ein eindringlich schauendes, nachdenkliches Auge. „Jeder soll sich und seine Schule in dem Bild wiedererkennen“, betont Jovanovic, der seit seiner frühesten Jugend kunstbegeistert ist. „Mein Vater war technischer Zeichner, und ich war fasziniert von seinen Zeichnungen. Damals musste ich mir etwas einfallen lassen, um die Farben zu mischen. Kunst ist mein Leben.“ Dusan – der slawische Name bedeutet „Seele“ – ist beseelt von seiner Arbeit und lässt mühelos seinen Kunst-Enthusiasmus auf andere überspringen.
Begeistert verabschieden sich die Teilnehmerinnen des Workshops in seinem Atelier. „Dusan, wir freuen uns auf das nächste Mal!“ Ja, auch das „Stein“ freut sich auf das nächste Mal, wenn der „Hammer Picasso“ erneut in der Schule interessierte, gespannte Schüler und – vielleicht sogar – unentdeckte Talente mit Dekalkomanien und anderen künstlerischen Techniken vertraut machen wird.
Ein Bericht von Linnéa Schriek, die mit dem Künstler in dessen Atelier sprach.
<p "=""> <br> <span style="color:#0000ff;"><span style="font-size:12px;"><span style="letter-spacing: 0.0px">PS: Über das Sekretariat der Schule kann die von Dusan Jovanovic erstellte Titelgrafik der Festschrift „100+11 Jahre“ als signierte Farbradierung für 40,- Euro erstanden werden.</span></span></span></p>